Die Führung erfolgte durch Dr. Hubbert. Bei ihm handelt es sich um eine sogenannte „Qualified Person“, die im Falle von Fahrlässigkeit auch mit Privatvermögen haftbar gemacht werden kann.
Der Produktionsstandort in Goa ging im Jahre 1998 in Betrieb, die dazugehörigen Planungen begannen 1995. Man wollte die Fabrik direkt am Ort der Rohstoffgewinnung betreiben, die Produktion erfolgte vormals in Köln. Zum damaligen Zeitpunkt stand die Senkung der Personalkosten im Mittelpunkt, heute machen stark gestiegene Energiekosten die Einsparungen zunichte. Das betrifft sowohl den Transport als den Strom, der zur Luftentfeuchtung benötigt wird. Die Entfeuchtungsanlagen entpuppten sich als wahre Energiefresser, die in Deutschland nicht nötig gewesen wären.
Um die in Indien nicht unüblichen Kleintiere wie z.B. Käfer oder Kakerlaken fernzuhalten, werden alle relevanten Räume luftdicht verschlossen und mit Methylbromidgas behandelt. Das Gas verflüchtigt sich anschließend selbständig, hinterlässt keine Rückstände und ist danach auch nicht mehr gesundheitsschädlich. Behälter mit Bulk-Ware, die nach Deutschland kommen, werden mit CO2 unter einem Druck mit bis zu 30 bar befüllt. Das CO2 wird schlagartig abgelassen, sodass alle darin enthaltenen Lebewesen förmlich explodieren.
Die Rohstoffe wachsen nicht auf eigenen Plantagen sondern werden von lokalen Kleinbauern angebaut. Die Sennablätter werden in Säcken angeliefert und gereinigt. Die Blätter werden danach in eigenen Mühlen gemahlen, das entstandene Pulver wird mit Ispaghuia-Samen gemischt und erneut in riesigen Behältern zwischengelagert. Dem Gemisch wird Flüssigkeit zugesetzt und mittels Extruderschnecken durch ein Lochblech gedrückt. (ähnlich der Spaghettiherstellung). Da die Streifen in sehr kurzen Abständen zerstückelt werden, entsteht ein Granulat. Das Granulat wird mit wachsähnlichen Substanzen präpariert, damit der Filmüberzug aufgebracht werden kann („coating“). Nach dem darauf folgenden Polieren der Pastillen folgt das Trocknen und die Verpackung in Big Packs zu je 700 Kilo. Eine komplette Charge umfasst eine Menge von rund 22 Tonnen.
Zusatzstoffe, in Säcken verpackt
Abfüllung nach dem "coating"
Zwei mit Durchblick
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